Wer ist die Autorin?


Buchautorin Beatrix Binder, Journalistin und Texterin
Buchautorin Beatrix Binder, Salzburg & Bad Goisern; ©Ute Metzger

Zur Person:

Die österreichische Journalistin und Autorin Beatrix Binder stammt aus der Grenzstadt Passau und bezeichnet sich selbst als niederbayerische und oberösterreichische Melange. Sie arbeitete für verschiedene Zeitschriften in München, in Neuwied am Rhein und in Luxemburg.  Dort schrieb sie u.a. für das luxemburgische Magazin „revue“ mit großer Leidenschaft Gartenreportagen. Zurückgekehrt zu ihren Wurzeln im Salzkammergut, machte sie sich auf die Suche nach Gartenparadiesen in der Heimat ihres Herzens. Die wunderbaren Menschen und ihre Gärten, die sie dabei gefunden hat, will sie mit diesem Buch würdigen. Zudem sollen interessierte Gartenfreunde Appetit darauf bekommen, das Salzkammergut als Gartenland kennenzulernen. 


Das Interview mit der Autorin: 

Woher hatten Sie die Idee für dieses Gartenbuch?

 

 

Beatrix Binder: Ich habe sie mitgebracht aus Luxemburg, wo es einmal im Jahr landesweit einen „Tag der offenen Gartentür“ gibt. Nach dem Vorbild von England, wo dies schon seit über 100 Jahren praktiziert wird. Im Großherzogtum habe ich fast fünfzehn Jahre als Journalistin gearbeitet. Meine Aufgabe war es unter anderem, im Sommer Gartenreportagen zu schreiben. Das hat mir eine große Freude gemacht, denn so habe ich Land und Leute von der besten Seite kennengelernt. Und festgestellt, dass Menschen und ihre Gärten untrennbar verbunden sind, nach dem Motto: "Zeig mir deinen Garten und ich sage dir, wer du bist."

 

 

Und warum gerade Gärten im Salzkammergut?

Es gibt sicher viele wunderbare Gärten in Österreich, darunter auch viele, die bereits in einem Buch verewigt sind. Unter ihnen habe ich allerdings kaum welche im Salzkammergut gefunden. Da muss es doch was geben, dachte ich mir, und habe mich auf die Suche gemacht – und bin zu meiner großen Freude fündig geworden. Und habe ich auch wirklich sehr reizende „Gartenmenschen“ kennengelernt, die ich für ihre Mühe und Hingabe sehr bewundere.

 

Welche Rolle spielt die Landesgartenschau in Bad Ischl?

Ihr Schauplatz, die Kaiservilla und Bad Ischl selbst, spielen natürlich eine wichtige Rolle in meinem Führer. Freundliche Unterstützung hatte ich dabei von der Familie Habsburg-Lothringen, den direkten Nachfahren von Kaiser Franz-Joseph und Kaiserin Elisabeth. Der Park, der nach dem Vorbild der englischen Gartenkunst gestaltet ist, hat wirklich einen ganz besonderen Reiz nicht nur durch seine landschaftliche Schönheit, sondern auch im historischen Sinn.

 

Welche Menschen sind Ihnen auf Ihrer Gartenexkursion begegnet?

Ach, ich kann sie alle gar nicht aufzählen ... Da ist ein ehemaliger Haubenkoch, der heute beim Garteln entschleunigt. Ein engagiertes Ehepaar, das witzige Gartenskulpturen aus Wurzeln gestaltet. Ein Abt, der ein Kloster gegründet hat und dort die Welt der Heilkräuter erforscht. Eine ehemalige Schneiderin, die mit ihrem Topfgarten die Wanderer erfreut. Ein Künstler, der seinen Garten mit skurrilen Figuren verzaubert. Was sie alle verbindet, ist die Liebe zum Garteln. Für sie alle ist der Garten ein Glücksort, in dem die Lebensfreude buchstäblich in den Himmel wächst.

 

Sind diese Gärten auch zugänglich?

Zu meiner großen Freude haben viele Gartenbesitzer ein Herz für interessierte Besucher. Einige Gärten öffnen sich an einem besonderen Termin, oder sind auf telefonische Anfrage zugänglich. Ich habe die Gärten aber auch so ausgewählt, dass man sie sozusagen übern Gartenzaun bewundern kann, ohne die Besitzer zu stören. Einige Gärten sind auch öffentlich zugänglich, wie das Projekt Berta in Bad Aussee, die Gartengalerie Hans Mairhofer in Zell am Moos oder der Alpengarten in Bad Aussee, um nur einige zu nennen.

 

Gibt es auch Gärten, die man erwandern kann?

Einige, wie beispielsweise der Almblumenweg auf der Postalm bei Strobl am Wolfgangsee. Da kann man nicht nur ein wunderschönes Alm-Hochplateau kennenlernen, sondern hat gleich auch Schautafeln mit Informationen dazu, was am Wegesrand blüht. Zu erwandern ist auch der reizvolle Almgarten der Halleralm in Bad Goisern, oder ein Garten am Soleleitungsweg zwischen Bad Ischl und Hallstatt, übrigens die älteste Pipeline der Welt. Ein Gartenwunder ist am Altausseer See zu Hause...ach, es gibt viel zu entdecken.

 

Woher kommt Ihre Faszination für das Salzkammergut?

Mein früh verstorbener Vater war ein Goiserer, und so steckt die Liebe zu dieser Region schon in meinen Genen. Sie wurde noch eher verstärkt dadurch, dass ich lange Zeit im Ausland gelebt und gearbeitet habe. Jetzt bin ich aber ins Land meiner Wurzeln zurückgekehrt und freue mich sehr darüber.

 

Sie bieten auch zusammen mit Salzkammergut Touristik exklusive Gartenreisen ins Salzkammergut an. Was kann man dabei erleben?

 

Ja, die erste Gartenreise ins Salzkammergut ist bereits über die Bühne gegangen. Wir waren eine kleine, exklusive Runde mit sehr interessierten Gartenfreunden, teilweise wahre Experten auf ihrem Gebiet. Es war mir eine große Ehre, ihnen die Gartenschätze des Salzkammerguts zu zeigen. Sie konnten sich mit den Gartenbesitzern der Salzkammergut-Gärten austauschen. Ich glaube, das war für beide Seiten eine fachliche und menschliche Bereicherung.